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Ab jetzt rennt die Angst mit

Bewegung spielt eine zentrale Rolle in der Diabetes-Therapie. Ausdauersport tut dem Blutzucker gut. Auch bei meinem MODY 2 ist neben der Ernährung die Bewegung sehr wichtig. Seit ziemlich genau 5 Jahren gehört der Laufsport jetzt zu mir. Neben dem Gefühl von Freiheit spüre ich seit einigen Wochen aber noch etwas anderes, was mich stets begleitet: Angst!

Meine Lieblingsdistanz (10 km) bin ich seit der Diagnose ehrlich gesagt noch nicht gelaufen. Wenn ich darüber nachdenken, dass ich vor 3 Monaten noch einen Halbmarathon gelaufen bin, ist es wirklich seltsam. Wo kommt diese Angst her? Wie kann das sein, dass plötzlich die Angst mitrennt? Mein ständiger Begleiter, der mich sehr einschränkt. Ich gehe normalerweise 3x pro Woche raus und renne mich frei. In den vergangenen Wochen habe ich 2 Läufe abgebrochen. Den einen bereits nach 660 Metern, den anderen nach 2 Kilometern und gestern war ich wieder kurz davor. Mein Körper spielt mir anscheinend einen Streich oder was ist da los?

Es ist kalt. Ich laufe los. Nicht zu schnell, erstmal warm werden. Aua. Ein stechender Kopfschmerz und nicht mal 1 km geschafft. Ich habe selten Kopfschmerzen und diese Art von Schmerz kannte ich überhaupt nicht. Der Schmerz zieht bis in die Ohren. Aua. Was ist denn jetzt los? Bin ich im falschen Film?

Ich liebe die kalte Jahreszeit zum Laufen. Die Luft ist so sauber. Und nun das? Schmerzen. Nicht im Knie, nicht in der Hüfte, nein… der Kopf. Hm, nicht wieder abbrechen. Entspannt weiter. Plötzlich wurde meine Sicht unscharf. Ok, ich trage meine Brille nicht. Ich trage Kontaktlinsen beim Sport. Liegt sicher daran… oder doch am Diabetes? Der Kopf rattert, ich bekomme ein ungutes Gefühl. Angst. Wo ist die Freiheit, die ich mir immer erlaufe. Weg, ganz weit weg.

1:0 für die Angst

Sind meine Werte ok? Was ist, wenn ich unterzuckere? Angst. Ich habe unmittelbar vor dem Lauf eine Banane gegessen und 2 Stunden vorher auch ausgiebig gefrühstückt. Alles wie immer. Wieso sollte ich plötzlich unterzuckern? Mody-Monster, du hast heute keine Chance. Ich laufe weiter. Ich laufe bis zum Ziel. 5 Kilometer. Genau 5000 Meter Schmerz. Ich denke zu viel nach. Verbinde ich ab jetzt jeden Schmerz, jedes ungute Gefühl mit meinem Diabetes? Bitte nicht. Ich muss etwas gegen diese Angst unternehmen.

Der Wert nach dem Lauf ist völlig ok und weit entfernt von einer Unterzuckerung. Wo kommt nur die Angst her? Ich werde dagegen kämpfen, denn den Spaß am Laufen wird mir das Mody-Monster ganz sicher nicht nehmen. Keine Chance. Es steht 1:0 für das Mody-Monster aber ich schlage aber zurück. Ganz bestimmt.

 

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