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Der Termin beim Dia-Doc rückt näher…

Die Angst vor dem nächsten Date beim Dia-Doc

Bald ist es wieder soweit. Der nächste Termin beim Dia-Doc steht an. Schon wenn ich daran denke, bekomme ich schwitzige Hände und mir wird ganz flau im Magen. Eigentlich habe ich keine Angst vor Ärzten. Nicht vor Zahnärzten, nicht vor einer Untersuchung beim Allgemeinmediziner… aber wenn der Termin beim Dia-Doc näher rückt, sieht die Sache irgendwie anders aus. Warum ist das so?

Es ist die Versagensangst. Ich bin schließlich dafür zuständig, dass ich das Mody-Monster im Griff habe. Ich nehme noch keine Medikamente und soll durch Bewegung und gesunde Ernährung den richtigen Weg finden, um das Mody-Monster möglichst lang weder mit Tabletten noch Insulin füttern zu müssen. Einerseits bin ich natürlich wahnsinnig froh, dass ich ohne Medikamente auskomme, andererseits ist der Druck wahnsinnig groß und oft auch sehr belastend.

War es richtig, dass ich dieses oder jenes gegessen habe? Habe ich mich genug bewegt. Ich muss noch dies und ich muss noch das, damit es keine böse Überraschung bei der Blutzuckerkontrolle auf mich wartet. Stress. Druck. Und dann rattert mein Kopf im Wartezimmer in der Dia-Praxis: Hat sich der Langzeitwert verschlechtert? Wird meine Therapie angepasst? Tabletten? Spritzen?

Wenn, dann bin ich ja wohl selbst daran schuld. ICH. Ich könnte versagt haben. Hätte ich mal im Urlaub besser darauf geachtet, was ich esse. Hätte ich mir doch einfach eine alternative Sportart gesucht, die auch mit einer Knieverletzung machbar ist. Hätte, hätte, Fahrradkette. Ich habe keine Angst vor Medikamenten, nicht vorm Spritzen und weiß, dass der Zeitpunkt kommen wird, an dem ich unweigerlich Insulin benötige. Ich habe vor alldem keine große Angst. Ich werde irgendwann nicht mehr drumrum kommen. Mir ist das total bewusst und ich fürchte mich nicht davor.

Ich fürchte mich davor, dass ich etwas falsch gemacht habe in den vergangenen Wochen. Vor den mahnenden Worten des Arztes. Immerhin weiß ich, dass die Werte in den vergangenen Wochen/Monaten alles andere als im grünen Bereich waren. Eigentlich konstant hoch. Der Arzt sieht das am Langzeitwert und auch am ordentlich geführten Tagebuch der mySugr-App. Ich weiß auch, dass ich mich durch die Verletzung zu wenig bewegt habe und während des Urlaubs etwas an Gewicht zu gelegt habe. Nicht dramatisch, aber all das gibt mir ein schlechtes Gefühl. Ich habe etwas falsch gemacht. Woher kommen sonst die hohen Werte? Mittlerweile ist das Gewicht wieder wie vorher. Dennoch hätte meine Diabetes-Therapie in den vergangenen Wochen wohl besser laufen müssen.

Die Zweifel und der Druck, den ich mir selbst mache, bleibt. Abstellen = unmöglich. Seit Monaten finde ich keinen Weg heraus. Mein Dia-Arzt ist eine coole Socke, aber das bringt mir auch nichts, wenn ich versagt habe. Die Angst ist da und sie wird vermutlich bleiben.

Vor jedem Termin geht es dann von vorne los.

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